| Sri Lanka und Süd
Indien. Sri
Lanka 
Nach einer nicht
gerade bequemen Überfahrt von etwa 1100 sm
fällt unser Anker am 10. Januar 1995 in Galle.
Bei der Familie Windsor werden wir freundlich
aufgenommen, schnell sind mit ihrer Hilfe die
Formalitäten erledigt und nach einer dringend
notwendigen Dusche genießen wir unser erstes
singalesisches Bier auf der Veranda der Windors,
einem herrlichen alten Haus aus der Kolonialzeit
zwischen Bananenstauden und Palmen. Wir erleben
die Singalesen freundlich, wuselig und
geschäftstüchtig. Unser Anker ist noch kaum
eingegraben, als man uns von Land ruft:
"Hallo! Gaby and Jochen?". Vor einem
Jahr waren unsere Freunde Diana und Bill hier und
erwähnten, daß wir dieses Jahr nach Galle
kommen werden. Und so hat D.D. täglich den Hafen
kontrolliert, um sich Ägir als Kunden zu
sichern. Und wohin wir auch gehen, was wir auch
vorhaben, immer taucht irgendwoher D.D. auf.
Nicht aufdringlich, wie etwa die Händler in
Bali, sondern einfach mit einem siebten Sinn -
oder ist er vielleicht nur besonders aufmerksam?
Und so ist unsere Tüte mit Wäsche versorgt, wir
haben einen Wagen mit Fahrer, der uns über die
Insel führen wird.
Zunächst geht's
aber für einen Tag nach Colombo.
Geschäftsreise, denn wir brauchen ein Visum für
Indien, die letzten Seekarten für Oman und
Israel. Die Zugfahrt ist ein Erlebnis für sich.
Die Wagen der dritten Klasse sind noch aus
Vollholz - auch die Sitzbänke, in der zweiten
geht es so. Immerhin bezahlt man für zweieinhalb
Stunden Fahrt im Expresszug von Galle nach
Colombo nur etwa 80 Pfennige. Entsprechend
brechend voll sind die Wagons. In Colombo werden
wir von einem massiven Aufgebot an Militär
überrascht. Sind die Tamilen wieder aktiv? Nein,
der Papst kommt zu Besuch. Die
Sicherheitsmaßnahmen sind wohl berechtigt, hat
doch der Unfehlbare erst kürzlich die Buddhisten
schwer beleidigt und weiß nichts Besseres, als
sich nun in die Höhle des singalesischen Löwen
zu wagen. Colombo zeigt sich uns als wuseliges
Städtchen, wie überall in Asien mit einem
unglaublichen Verkehr. Die Gebäude stammen fast
alle noch aus der Kolonialzeit und so ist z. B.
das Kaufhaus Cargilles für uns eher eine
Sehenswürdigkeit denn ein Kaufhaus.
Unser
fünftägiger Ausflug durch Sri Lanka ist einfach
toll. Eine wirklich paradiesische Insel mit
herrlichen Stränden, hohen Bergen, tiefen
Tälern - alles sehr abwechslungsreich und saftig
grün. Immer wieder begegnen uns interessante
Tiere: Riesige Warane, herrliche Vögel, oder
Mungos - eines der wenigen Tiere, die sich auf
die giftigen Kobras stürzen und sie verzehren.
Auf dem Weg zum Adam's Peak passieren wir die
ersten der weltberühmten Teeplantagen. Sauber
getrimmt - damit immer junge Blätter nachwachsen
- geben sie der Landschaft einen äußerst
gepflegten Eindruck und von Ferne sehen die Berge
aus, wie von einem englischen Rasen überzogen.
Und als Kontrast sind in den Ebenen der Täler
weite Reisfelder angelegt.
In einer dieser
Tiefebenen befinden sich plötzlich kleine,
primitive Hütten mitten in den Reisfeldern.
Darin ist ein Loch mit einer Winde wie bei einem
Ziehbrunnen. Im Schotter des Flußbetts werden
zahlreiche Edelsteine gefunden: Saphire,
Smaragde, Rubine, Tigeraugen, Turmaline, Topas
... In fein geflochtenen Körben wird das
Schwemmgut ausgewaschen und von Hand verlesen.
Und als wir unseren Fotostop einlegen, sind wir
sofort von Einheimischen umringt. Die kleineren
Funde eignen sich nicht zum Schleifen und diese
praktisch wertlosen Edelsteine versucht man den
Touristen anzudrehen. Und so besitzen wir jetzt
10 rohe Rubine - für DM 3.-
Adam's Peak
ist mit 2243 m Höhe eine Attraktion
besonderer Art. Auf dem Gipfel ist eine Form im
Fels, die als Fußabdruck interpretiert wird. Die
Buddhisten glauben, es sei der Fußstapfen
Gautama Buddhas, als er Sri Lanka betreten hat,
die Hindus denken, es sei der Fußabdruck Shivas,
die Moslems interpretieren ihn als den Abdruck
Adams, der hier in ein paradiesähnliches Land
kam, nachdem er aus dem Paradies vertrieben
worden war, und die Christen schließlich
glauben, es sei die Fußspur des Apostels Thomas,
der das Christentum in Asien verbreitet hatte.
Und so pilgern die großen Weltreligionen
gemeinsam zu Tausenden diesen steilen Weg mit
schätzungsweise 3000 Stufen und 700 Höhenmetern
hoch, um diesem Fußabdruck zu huldigen. Wir
beginnen den Anstieg kurz nach Mitternacht, denn
man muß dort oben den Sonnenaufgang erleben. Und
trotz dieser Unzeit ist es nicht zu glauben, wie
viele Menschen hier unterwegs sind: Säuglinge,
Kleinkinder, Halbstarke, Erwachsene, Greise und
selbst Behinderte scheuen sich nicht vor dieser
Strapaze. Oben angekommen, läuten wir die Glocke
und warten auf den Sonnenaufgang. Da morgens auch
die Bewölkung am geringsten ist, bietet sich ein
unbeschreibliches Farbspiel über den mit
Morgennebel verhangenen Tälern. Die Plackerei
hat sich gelohnt, auch wenn wir noch Tage später
unsere Waden spüren...
Farbenfrohe Dekoration der Tamilen
Auf unserer
nächsten Etappe sehen wir vor dem Häusern
herrlich bunte Gebilde - heute ist
15. Januar 1995 und damit Neujahr bei
den Tamilen. Waren das nicht die Bürgerkriegler?
Wir halten an, bitten darum, ein paar Bilder
machen zu dürfen. Natürlich sind die Tamilen
stolz darauf, daß wir uns für ihre Sitten
interessieren und sie erklären uns, daß diese
Bilder aus gefärbten Kokosflocken hergestellt
werden - ein Bild vor jedem Haus. Und wenige
Minuten später werden wir ins Haus geschoben und
müssen die speziell für diesen Festtag
zubereiteten Speisen probieren. Diese Tamilen
sind wirklich ganz arg lieb und freundlich -
Hindus wie aus dem Lehrbuch. Wir versprechen,
Abzüge der Bilder zu schicken, tauschen Adressen
aus, und wieder mal hat sich ein Vorurteil in
Nichts aufgelöst. Später treffen wir noch auf
zwei Prozessionen, wieder bietet man uns kleine
Happen an, und die Tamilen singen und tanzen
mitten auf der Straße.
Besichtigung einer
Teeplantage: Hier erklärt man uns den gesamten
Prozeß der Teeherstellung vom Pflücken bis zum
Versand. Es werden nur die jungen, hellgrünen
Blätter geerntet. Eine Teepflückerin verdient
übrigens etwa DM 1.- pro Tag. Nach dem Trocknen
werden die Blätter gerollt, geschnitten, und
dann einfach an die Luft gelegt zum Fermentieren.
Ein letztes Trocknen und schon ist der Tee
fertig. Interessant für uns ist, daß die
Teequalität - ganz im Gegensatz zum Wein - von
der Schnittgröße abhängt: Die größeren Teile
werden Broken Orange Pekoe (BOP), die
etwas feineren BOPF, und der Staub kommt in die
Teebeutel. Also werden aus einem Blatt, in einem
identischen Prozeß drei verschiedene Qualitäten
erzeugt. Der Tee aus den hohen Lagen -
ausschließlich für den Export bestimmt - ist
besser als der aus dem Flachland, den hier die
Einheimischen trinken. Eine Unterscheidung in first
flush und second flush wie in Indien,
gibt es hier in Ceylon nicht. Ein first flush
wird dort während der Trockenzeit geerntet,
während der second flush, eine weniger
gute Qualität, in der feuchten Jahreszeit
gepflückt wird. Die Plantage verschickt nun
ihren Tee nach Colombo zur Auktion, dort wird er
mit anderen Teesorten verschnitten, bevor er
schließlich in den Verbraucherländern auf den
Markt kommt. Man kann also in Deutschland nie
einen Tee einer Plantage oder einer Lage
unverfälscht bekommen, und somit haben wir mit
unserem Kilo reinen Ceylon BOP nun etwas ganz
besonderes an Bord.
In Kandy
erleben wir einen Abend mit Volkstänzen - nach
all den Tanzdarbietungen, die wir im Laufe
unserer Reise schon gesehen haben, eigentlich
nichts besonderes. Interessant war allerdings,
daß fast alle Tänze irgend eine Art von
Teufelsaustreibung zum Thema haben, und bei allen
Gelegenheiten von der Hochzeit bis zur Reisernte
ist man redlich bemüht, diese bösen Geister
fern zu halten.
Glückliche Elefantenwaisen
Ganz in der Nähe,
in Pinnawela, befindet sich ein Waisenhaus
für Elefanten. Stundenlang könnten wir hier
sitzen und zuschauen, wie die teilweise nur drei
Monate alten Elefantenbabys mit der Flasche
großgezogen werden. Diese Herde lebt in einem
riesigen Gelände - so gut wie freie Wildbahn.
Das Baden dieser kleinen Kolosse im Fluß ist
ganz niedlich. Die einen besprühen sich durch
ihren Rüssel mit Wasser, die anderen legen sich
einfach hin, verschwinden ganz, bis wenige
Sekunden später der Rüssel als Schnorchel
auftaucht.
Unter einem
riesigen, überhängenden Fels entstand im
1. Jahrhundert der Tempel von Dambulla.
In einer der Höhlen stehen mindestens 150
verschiedene Buddhastatuen, später wurden die
Wände und Decken mit Steingravierungen und
Felszeichnungen versehen - ein beeindruckendes
Fleckchen. Nicht zuletzt deshalb, weil sich hier
jede Menge Affen auf dem Gelände vor dem Tempel
tummeln. Sie sind zwar nicht handzahm, sondern
eher bissig, wenn man zu nahe kommt, und doch
sind es einfach putzige Tiere. Und in der Ferne
erkennen wir schon den riesigen Monolith von Sigiriya.
... an unzugänglichster Stelle
Auf diesem
200 m hohen Fels hatte im
5. Jahrhundert der geistig verwirrte und
unter Verfolgungswahn leidende König Kasyapa
eine uneinnehmbare Festung errichtet. Der
Muskelkater vom Adam's Peak steckt uns noch in
den Beinen, als wir die 1300 Stufen erklimmen. An
einer absolut unzugänglichen Steilwand (heute
für die Touristen über eine gewagte
Wendeltreppe zu erreichen) finden wir die
außergewöhnlichen, weltberühmten Fresken, die
Mädchen, Nymphen oder himmlische Wesen
darstellen. Sie wurden mit Tonfarben auf den
spiegelglatten Fels gemalt. Der Einstieg in die
letzte Etappe zur Festung ist geziert von den
Überresten eines riesigen Löwen, der uns stark
an die Sphinx in Ägypten erinnert. Sigiriya ist
ein absolutes Muß - falls Ihr mal in diese
Gegend kommt.
Mondstein als Treppeneinstieg
Nur eine
Autostunde weiter liegt Polonnaruwa, im
Mittelalter die Hauptstadt Ceylons. Ruinen von
Tempeln, Bädern, Versammlungshäusern, verstreut
über mehrere Kilometer, geben einen Eindruck,
welch blühendes, reiches Leben hier einmal
geherrscht haben muß. Am besten gefallen uns die
sogenannten Mondsteine - halbkreisförmige
Bodenplatten als Treppenaufgang, mit sehr gut
erhaltenen Steinmetzarbeiten.
Auf dem Weg
zurück zu Ägir sehen wir
Gewürzplantagen mit fast allem, was die Küche
und die Medizin brauchen kann: Pfeffer,
Muskatnuß, Zimt (übrigens ist Zimt die
getrocknete Rinde eines bestimmten Buschs und
nicht etwa eine Frucht), Kannabis, Kokain,
Vanille, Kakao, Chilli und vieles mehr. Und zu
guter letzt ersteht Gaby noch einen
wunderschönen Sari - 5 m Seide pur. In
Galle angekommen, gönnen wir uns nach diesen
wirklich anstrengenden 5 Tagen ein Dinner im
Closenburg Hotel - natürlich steht Gaby mit
ihrem neuen Kleidungsstück ganz im Mittelpunkt
und es hagelt nur so Komplimente: Endlich einmal
eine weiße Frau, die ordentlich gekleidet
ist.... Nach dieser Tour durch Sri Lanka haben
wir auch eine neue Leibspeise: Reis und Curry.
Dahinter verbirgt sich eine riesige Platte
gekochter Reis, dazu gibt es oft zehn
verschiedene Beilagen, hauptsächlich Gemüse
aller Art, aber auch Huhn, Rind oder Shrimps.
Diese Vielfalt ist eine wahre Freude für Augen
und Gaumen - wenn auch machmal nicht an Chilli
gespart wurde.
Inzwischen sind
wir schon wieder dabei, Proviant zu fassen,
Diesel und Wasser zu bunkern - ein deutliches
Zeichen, daß wir bald unsere Gastflagge
auswechseln werden. Sri Lanka hat uns wirklich
sehr gut gefallen - speziell Gaby, denn es gibt
hier noch richtige wilde Elefanten mit
Stoßzähnen.
Indien

Fischfang a la Dschingis Khan
Die Strecke von
Sri Lanka nach Indien bietet dem Seemann mal
wieder alles. Erst Flaute und motoren, dann zwei
Tage lang bei 7 Windstärken und bis 4 Meter
hohen Wellen hoch am Wind, und die letzten
eineinhalb Tage mit leichten Land-Seewinden ohne
Schwell gemütlich der Küste Indiens entlang bis
Cochin. Da Gaby in ihrem "früheren
Leben" schon mal hier im Urlaub war - etwas
ganz Besonderes: "Guck mal, da hab ich schon
gewohnt!". Die Hafeneinfahrt wird gesäumt
von riesigen Fischernetzen, die an hölzernen
Kranen im Wasser auf und ab bewegt werden - eine
Technik, die der Chinese Kublai Khan vor
tausenden von Jahren eingeführt hat. Als wir
gerade mit der untergehenden Sonne einlaufen,
bietet sich mit diesen gigantischen
Konstruktionen im Abendrot ein idyllisches Bild.
Und auch sonst gefällt mir Cochin auf den ersten
Blick wirklich gut: Die ganze Stadt ist auf
mehrere Inseln verteilt, das Hauptverkehrsmittel
ist die Fähre, und auf unserem Ankerplatz direkt
vor dem Hafenmeisterbüro zum Einklarieren liegen
praktisch genau mitten in der Stadt. Allen
Gerüchten zum Trotz ist das Einklarieren nicht
aufwendiger als in anderen Ländern - im
Gegenteil: Der Zöllner füllt alle Formulare
für mich aus, bringt mich zur Busstation, setzt
mich in den richtigen Bus und erklärt dem
Schaffner, wo er mich absetzen soll - und so ist
auch das Auffinden von Immigration Office ein
Kinderspiel.
Mit einem
intensiven Schlickrutscher erreichen wir unseren
Ankerplatz vor dem Bolgatty Palace Hotel. Welcome
Dinner ist angesagt. Gaby: "An diesem Tisch
habe ich immer gesessen" - also sitzen wir
auch heute abend an "diesem" Tisch, und
auch ansonsten hat sich wohl in den letzten 6
Jahren hier nicht viel verändert. Ein
romantisches Fleckchen Erde, vor uns Cochin im
Sonnenuntergang, und im Hafen tummeln sich zwei
kleine Wale!
Cochin ist
erstaunlich sauber, asiatisch wuselig. Die Inder
sind geschäftstüchtig, höflich. Alles ist sehr
preiswert - wir fühlen uns hier wirklich wohl.
Die portusiesische und holländische
Vergangenheit ist an allen Ecken und Enden noch
zu erkennen. Im Mattanchery Palast - von den
Portugiesen im 16. Jahrhundert für den
Maharadscha erbaut - finden wir filigrane
Wandmalereien, Darstellungen der hinuidstischen
Mythologie, alte Sänften und erstaunlich genaue
Seekarten aus jener Zeit. Vasco da Gama, großer
portugiesischer Entdecker, lebte hier als
Gouverneur und in der St, Francis Kirche - der
ersten Kirche in Indien - entdecken wir seinen
Grabstein. Es kribbelt mich schon ein bißchen
unter der Haut, einer in meiner Jugend so
verehrten Person plötzlich so nahe zu sein.
Mit einem kleinen
Boot erkunden wir das Hinterland. Die Gegend
zeigt sich als riesige Seenplatte. Das
Hauptverkehrsmittel ist das "Boot".
Bewußt in Gänsefüßchen, denn bei diesen
einfachen Gefährten sind die Löcher im
Segeltuch oft größer als das Tuch selbst, und
der Vortrieb wird durch Stochern mit einer langen
Bambusstange erzeugt. Sehr mühsam sieht das
alles aus, ist aber wohl seit vielen
Jahrhunderten bewährt. Wir passieren unzählige
Fischer, Shrimps-Farmen, Reisfelder - ganz
niedlich.
Im Bolgatty Palace
Hotel sind Kathakali Tänze angesagt. Wir haben
ja nun schon viele solche Veranstaltungen erlebt,
doch dies ist was ganz Besonderes: Einmal kann
man schon vier Stunden vor Beginn der Vorstellung
zusehen, wie die Tänzer ihre Schminkfarben
herstellen (alles Naturfarben aus geriebenen
Steinen) und wie sie sich schminken und kleiden.
Grün ist die Farbe des Helden, weiß sind
weibliche Rollen, rot ist der Wüterich und
schwarz der Dämon. Mit Dutzenden von Säcken um
den Bauch, steht der Rock des Hauptdarstellers
(alle Rollen werden von Männern gespielt)
darüber wie ein Petticoat. Die zweite
Besonderheit besteht darin, daß uns vor dem
eigentlichen Tanz die Bedeutung der
unterschiedlichsten Gesten und Bewegungen
erläutert wird. Und das ist gut so, denn
ansonsten hätten wir von der Bedeutung der
eigentlichen Vorführung wohl so gut wie nichts
verstanden. Alles in allem eine wirklich
sehenswerte und faszinierende Vorstellung.
... und unsere
neueste Lieblingsspeise heißt Thali: Eine
bunte Auswahl indischer Kochkunst auf einem
Tablett. Eine der Beilagen ist immer eine
Yoghurt-Speise; das macht sich sehr gut, falls
man mal etwas zu viel Chilli erwischt hat....
Goldschmuck der Inderin
Indien ist
wirklich faszinierend. Zum einen sehr preiswert -
ein Lehrer verdient etwa DM 50.- pro Monat.
Busfahren für 5 Pfennige. Und so können wir es
uns mal leisten, unser Unterwasserschiff reinigen
zu lassen. Für etwa DM 1.50 erhalten wir selbst
im Bolgatty Palace Hotel ein tolles Abendessen,
und nachdem wir dem Oberkellner immer mal wieder
leere Plastikflaschen zukommen lassen, ist der
Service noch aufmerksamer. Neben verschiedensten
Stoffen (indische, handgewebte Baumwolle für
neue Vorhänge zu DM 6.- für 7 m) sind wir
nun stolzer Besitzer eines wunderschönen
Kaschmir-Seidenteppichs (unser erstes Stück für
die neue Wohnung!) und Gaby trägt schon ihren
dritten Sari - reine Seide, klar, oder? Nun, und
zum anderen sind es die vielen Details, die
Cochin so liebenswert machen. Jede Fähre trägt
mindestens das 4 bis 5-fache der maximalen
Personenzahl, der Markt liegt an einem
malerischen Seitenkanal, und die Menschen sind
unglaublich freundlich. In den flachen Gewässern
vor Bolgatty winken uns alle Boote: etwas weiter
nach links, etwas weiter nach rechts, Gaby
erhält genauso unverholen ein Bouquet
Frangipanis wie mich die Mädels in der Fähre
anlachen. Bei den kleinen Fischerbooten sind die
Planken regelrecht mit Kokosfasern
zusammengenäht, und die Bootsbauer sind stolz,
daß wir uns für ihre Arbeit so interessieren.
Unsere letzten
Tage in Indien - Gaby setzt unsere letzten Rupien
in Souveniers um. Und dieses Mal bringt sie einen
Teppich aus reiner Kaschmir-Seide. Klar, daß
sich nun unsere Gedanken verstärkt um
Wohnungseinrichtung und Ausstattung drehen, und
in den fast drei Wochen auf See haben wir ja
genügend Zeit, unsere Pläne zu schmieden. Gaby
hat auch bereits die Eignungsprüfung für das
Leben in Schwaben bestanden - Ihre Rückmeldung
beim Ankern: "Der Anker hebt!". Und
nach mehr als drei Jahren freuen wir uns beide
jetzt wirklich darauf, mal wieder so richtig
arbeiten zu dürfen.
So schwer es uns
fällt, hier wieder loszufahren, doch die Zeit
drängt. Knapp 2000 sm bis ins Rote Meer.
Der Indische Ozean
beschert uns die gemütlichste Überfahrt unserer
ganzen Reise. Leichte Winde - der Spinakker steht
ununterbrochen für drei Tage und drei Nächte,
damit fast keine Welle, herrliches Wetter. Die
"indischen" Delphine sind unglaublich
aktiv: Immer wieder beobachten wir, wie sie
10 m weite Sprünge hinlegen, oder senkrecht
aus dem Wasser jagen, sich dann um die eigene
Achse drehen oder einen Salto schlagen - und
manchmal endet das auch bei den Delphinen mit
einem gewaltigen Bauchplatscher.
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